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Aus dem Buch · Peter Jankes HORTVS
Pastorale Gärten
Wo Natur auf Gartenkunst trifft
In Peter Jankes HORTVS bei Hilden treffen botanische Neugier, präzise Gestaltung und naturalistische Pflanzung aufeinander. Nur wenige Meter von einer stark befahrenen Ringstraße entfernt entsteht eine eigene Welt aus Waldgarten, Kiesgarten, Trockengarten, Hecken, Gräsern, Stauden und Gehölzen.
Das Buch Pastorale Gärten zeigt zwanzig außergewöhnliche Gärten, in denen sich Landschaft, Pflanzen und Gestaltung zu stillen, kraftvollen Orten verbinden.
Blick ins Buch
Hucknall Garden
Das Kapitel über Arthur Parkinsons Garten in Nottinghamshire — fotografiert von Andrew Montgomery, eines von zwanzig Porträts in Pastorale Gärten.
Hilden · Nordrhein-Westfalen
Ein Garten, der die Nähe der Stadt vergessen lässt.
Wäre da nicht das leise Geräusch des Verkehrs, man könnte meinen, man befände sich mitten im Nirgendwo. Auf knapp eineinhalb Hektar hat Peter Janke rund um ein Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert den HORTVS geschaffen: einen Garten, der formale Struktur, botanische Vielfalt und naturalistische Pflanzung miteinander verbindet.
Peter Janke
Pflanzenkenner, Gartengestalter, Sammler.
Peter Janke wurde in eine Gärtnerfamilie hineingeboren. Schon als Kind lernte er, im Kleinen den Reichtum der Natur zu sehen: das wilde Stiefmütterchen unter Pfingstrosen, die Eigenart einzelner Arten, das Zusammenspiel von Standort und Pflanze.
In Hilden betreibt er mit Michael Frinke eine Staudengärtnerei, ein Blumengeschäft und öffnet den HORTVS für Besucherinnen und Besucher. Sein eigener Garten ist zugleich Labor, Sammlung und gestalteter Lebensraum.
Pflanzenwissen und Gestaltung
Ein Garten aus Erfahrung, Neugier und genauer Beobachtung.
Nach seiner Ausbildung führte Janke den Familienbetrieb fast ein Jahrzehnt lang, bevor ihn sein Interesse an naturnaher Pflanzung nach Großbritannien brachte. Eigentlich sollte er in Wisley beginnen, doch dann kam der Anruf aus den Beth Chatto Gardens. Aus einer Woche Probearbeit wurde ein Jahr — und eine Erfahrung, die seine Arbeit bis heute prägt.
Beth Chattos Prinzip „Right Plant, Right Place“ — die richtige Pflanze am richtigen Ort — ist für Janke kein dekoratives Motto, sondern die Grundlage einer präzisen, standortbewussten Gestaltung im HORTVS.
Beth Chattos Prinzip
„Right Plant, Right Place“ — die richtige Pflanze am richtigen Ort.
Eine Grundlage von Peter Jankes Arbeit im HORTVS
Biodiversität
Mehr als 4.500 Pflanzenarten und -sorten — und kein starres Bild von Natur.
Im HORTVS wachsen heimische Schwertlilien, Fingerhüte und Disteln neben weit exotischeren Arten wie Reispapierbaum, Bambus, Aucuben oder Chinaschilf. Für Janke ist naturalistische Pflanzung kein festgelegter Stil, sondern eine Haltung: Pflanzen müssen ökologisch passend, widerstandsfähig und atmosphärisch überzeugend sein.
Da es außerhalb der Gartenbegrenzung keine natürliche Landschaft gab, an die er unmittelbar anknüpfen konnte, schuf Janke im HORTVS eigene Natur-Mikrokosmen. So zeigt dieser Garten, dass naturalistische Pflanzung weit mehr sein kann als eine europäische Wiesenflora.
Waldgarten, Kiesgarten, Trockengarten
Zwischen Ordnung und Wildnis entsteht die eigentliche Spannung.
Im hinteren Teil des HORTVS führt ein Pfad durch eine fast dschungelartige Waldgartenpflanzung mit Farnen, Japan-Waldgras, Magnolien, transparent geschnittenen Sträuchern und skulpturalen Gehölzen. Der Blick wandert nach oben ins Blätterdach und wieder hinunter zu den feinen Pflanzendetails am Wegesrand.
Der Hauptteil des HORTVS ist formaler angelegt. Hecken aus Eiben und Rot-Buchen, Mittelmeer-Zypressen, Kopfweiden, Cortenstahl und runde Gartenräume bilden das Gerüst. Dagegen arbeiten Kiesgarten und Trockengarten mit Sand, trockenheitsverträglichen Stauden, Gräsern, Agaven, Edeldisteln, Salvien, Wolfsmilcharten und Heidepflanzen.
„
Biodiversität ist der Schlüssel zur Zukunft des Gärtnerns. Pflanzen folgen den sich verändernden Lebensräumen und Klimabedingungen.
Peter Janke · aus Pastorale Gärten
Ein Garten für das ganze Jahr
Der HORTVS lebt nicht von einem einzigen Höhepunkt.
Peter Jankes Philosophie ist es, Gärten zu schaffen, die in jedem Monat des Jahres etwas Interessantes bieten. Markante Blattformen, ungewöhnliche Strukturen, formgeschnittene Immergrüne, Wintertriebe, Samenstände, Gräser, Helleborus und frühe Zwiebelblumen sorgen dafür, dass der HORTVS auch außerhalb der klassischen Blütezeit trägt.
Später übernehmen Waldstauden, Exoten, Gräser und Gehölze. Innerhalb weniger Monate verändert sich die Atmosphäre vollständig. Das Ergebnis ist ein nuanciertes gärtnerisches Meisterwerk: reich, zeitgenössisch, voller Spannung — und doch nie bloß spektakulär.
Das Buch
Zwanzig außergewöhnliche Gärten in einem großformatigen Bildband.
Pastorale Gärten versammelt Gärten, in denen Natur, Gestaltung und Landschaft nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich zu stillen, kraftvollen Orten verbinden — fotografiert von Andrew Montgomery und erzählt von Clare Foster.




