Buchcover Pastorale Gärten von Clare Foster und Andrew Montgomery

Hardcover · 480 Seiten · 24 × 30 cm
250 Fotografien · 69 €
1. Platz Deutscher Gartenbuchpreis 2026

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Aus dem Buch · Peter Jankes HORTVS

Pastorale Gärten

Wo Natur auf Gartenkunst trifft

In Peter Jankes HORTVS bei Hilden treffen botanische Neugier, präzise Gestaltung und naturalistische Pflanzung aufeinander. Nur wenige Meter von einer stark befahrenen Ringstraße entfernt entsteht eine eigene Welt aus Waldgarten, Kiesgarten, Trockengarten, Hecken, Gräsern, Stauden und Gehölzen.

Das Buch Pastorale Gärten zeigt zwanzig außergewöhnliche Gärten, in denen sich Landschaft, Pflanzen und Gestaltung zu stillen, kraftvollen Orten verbinden.

Blick ins Buch

Hucknall Garden

Das Kapitel über Arthur Parkinsons Garten in Nottinghamshire — fotografiert von Andrew Montgomery, eines von zwanzig Porträts in Pastorale Gärten.

Hilden · Nordrhein-Westfalen

Ein Garten, der die Nähe der Stadt vergessen lässt.

Wäre da nicht das leise Geräusch des Verkehrs, man könnte meinen, man befände sich mitten im Nirgendwo. Auf knapp eineinhalb Hektar hat Peter Janke rund um ein Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert den HORTVS geschaffen: einen Garten, der formale Struktur, botanische Vielfalt und naturalistische Pflanzung miteinander verbindet.

Silbergarten in Peter Jankes HORTVS mit Kopfweiden, Yucca gloriosa, Elaeagnus ebbingei, Santolina, Vernonia, Eryngium, Allium und Dipsacus
Ein Ring aus Kopfweiden (Salix alba ‘Liempde’) umgibt den Silbergarten mit seinen kontrastierenden Formen – den Spitzen von Yucca gloriosa, einer geschnittenen Wintergrünen Ölweide (Elaeagnus ebbingei), dem federleichten Heiligenkraut (Santolina pinnata subsp. neapolitana ‘Edward Bowles’) sowie den Samenständen der Arkansas-Scheinaster (Vernonia arkansana), Elfenbeindistel (Eryngium giganteum), Schnitt-Knoblauch (Allium tuberosum) und Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus).
Peter Janke am Eingang zum Waldgarten seines HORTVS
Peter Janke am Eingang zum Waldgarten, in dem exotische Pflanzen Seite an Seite mit vertrauteren Sträuchern und Bäumen gedeihen.

Peter Janke

Pflanzenkenner, Gartengestalter, Sammler.

Peter Janke wurde in eine Gärtnerfamilie hineingeboren. Schon als Kind lernte er, im Kleinen den Reichtum der Natur zu sehen: das wilde Stiefmütterchen unter Pfingstrosen, die Eigenart einzelner Arten, das Zusammenspiel von Standort und Pflanze.

In Hilden betreibt er mit Michael Frinke eine Staudengärtnerei, ein Blumengeschäft und öffnet den HORTVS für Besucherinnen und Besucher. Sein eigener Garten ist zugleich Labor, Sammlung und gestalteter Lebensraum.

Pflanzenwissen und Gestaltung

Ein Garten aus Erfahrung, Neugier und genauer Beobachtung.

Nach seiner Ausbildung führte Janke den Familienbetrieb fast ein Jahrzehnt lang, bevor ihn sein Interesse an naturnaher Pflanzung nach Großbritannien brachte. Eigentlich sollte er in Wisley beginnen, doch dann kam der Anruf aus den Beth Chatto Gardens. Aus einer Woche Probearbeit wurde ein Jahr — und eine Erfahrung, die seine Arbeit bis heute prägt.

Beth Chattos Prinzip „Right Plant, Right Place“ — die richtige Pflanze am richtigen Ort — ist für Janke kein dekoratives Motto, sondern die Grundlage einer präzisen, standortbewussten Gestaltung im HORTVS.

Säulenzypressen, Buchskugeln, Ziergräser und eine Treibholzbank in Peter Jankes HORTVS

Beth Chattos Prinzip

„Right Plant, Right Place“ — die richtige Pflanze am richtigen Ort.

Eine Grundlage von Peter Jankes Arbeit im HORTVS

Biodiversität

Mehr als 4.500 Pflanzenarten und -sorten — und kein starres Bild von Natur.

Im HORTVS wachsen heimische Schwertlilien, Fingerhüte und Disteln neben weit exotischeren Arten wie Reispapierbaum, Bambus, Aucuben oder Chinaschilf. Für Janke ist naturalistische Pflanzung kein festgelegter Stil, sondern eine Haltung: Pflanzen müssen ökologisch passend, widerstandsfähig und atmosphärisch überzeugend sein.

Da es außerhalb der Gartenbegrenzung keine natürliche Landschaft gab, an die er unmittelbar anknüpfen konnte, schuf Janke im HORTVS eigene Natur-Mikrokosmen. So zeigt dieser Garten, dass naturalistische Pflanzung weit mehr sein kann als eine europäische Wiesenflora.

Herbstlicher Kiesweg mit Cotinus Grace, Thuja occidentalis Brabant und Calamagrostis brachytricha in Peter Jankes HORTVS
Cotinus ‘Grace’ bringt Farbe in den Herbstgarten, flankiert von Thuja occidentalis ‘Brabant’ und federndem Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha).
Silber-Ahorn im kreisförmigen Wintergarten von Peter Jankes HORTVS mit Schneeglöckchen und Alpenveilchen
Ein Silber-Ahorn (Acer saccharinum f. laciniatum ‘Wieri’) steht im Zentrum des kreisförmigen Wintergartens, in dem später im Jahr Schneeglöckchen und Alpenveilchen erscheinen. Janke hat seine besondere Liebe für Cyclamen von seiner Großmutter geerbt.

Waldgarten, Kiesgarten, Trockengarten

Zwischen Ordnung und Wildnis entsteht die eigentliche Spannung.

Im hinteren Teil des HORTVS führt ein Pfad durch eine fast dschungelartige Waldgartenpflanzung mit Farnen, Japan-Waldgras, Magnolien, transparent geschnittenen Sträuchern und skulpturalen Gehölzen. Der Blick wandert nach oben ins Blätterdach und wieder hinunter zu den feinen Pflanzendetails am Wegesrand.

Der Hauptteil des HORTVS ist formaler angelegt. Hecken aus Eiben und Rot-Buchen, Mittelmeer-Zypressen, Kopfweiden, Cortenstahl und runde Gartenräume bilden das Gerüst. Dagegen arbeiten Kiesgarten und Trockengarten mit Sand, trockenheitsverträglichen Stauden, Gräsern, Agaven, Edeldisteln, Salvien, Wolfsmilcharten und Heidepflanzen.

Biodiversität ist der Schlüssel zur Zukunft des Gärtnerns. Pflanzen folgen den sich verändernden Lebensräumen und Klimabedingungen.

Peter Janke · aus Pastorale Gärten

Horizontale Äste einer Stiel-Eiche über einem Weg durch den Waldgarten im HORTVS von Peter Janke
Horizontale Äste einer Stiel-Eiche (Quercus robur) ragen über einen Weg durch den Waldgarten.

Ein Garten für das ganze Jahr

Der HORTVS lebt nicht von einem einzigen Höhepunkt.

Peter Jankes Philosophie ist es, Gärten zu schaffen, die in jedem Monat des Jahres etwas Interessantes bieten. Markante Blattformen, ungewöhnliche Strukturen, formgeschnittene Immergrüne, Wintertriebe, Samenstände, Gräser, Helleborus und frühe Zwiebelblumen sorgen dafür, dass der HORTVS auch außerhalb der klassischen Blütezeit trägt.

Später übernehmen Waldstauden, Exoten, Gräser und Gehölze. Innerhalb weniger Monate verändert sich die Atmosphäre vollständig. Das Ergebnis ist ein nuanciertes gärtnerisches Meisterwerk: reich, zeitgenössisch, voller Spannung — und doch nie bloß spektakulär.

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Das Buch

Zwanzig außergewöhnliche Gärten in einem großformatigen Bildband.

Pastorale Gärten versammelt Gärten, in denen Natur, Gestaltung und Landschaft nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich zu stillen, kraftvollen Orten verbinden — fotografiert von Andrew Montgomery und erzählt von Clare Foster.